Warum sind wir so unzufrieden?

Ich habe lange keinen Gedanken Blogpost mehr online gestellt. Warum? Vielleicht war es die fehlende Inspiration, oder die Tatsache, dass zu viel in meinem Kopf herumschwirrte. Heute hat mich allerdings endlich die Muse geküsst und ich möchte ein Thema ansprechen, dass mich diese Woche nicht mehr losgelassen hat. Warum sind wir eigentlich immer mit unserem Leben so unzufrieden?

Wann haben wir verlernt, zufrieden zu sein? 

Wann haben wir verlernt, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben? Dürfte schon länger her sein, denn egal wohin ich gehe höre ich immer nur „Hast du gesehen was sich XY gekauft hat, warum habe ich so etwas nicht.“ „Die fährt dreimal im Jahr auf Urlaub, zahlt sicher der Mann.“

Eigentlich dürfte jeder von uns doch zufrieden sein, nicht? Wir leben in einem Land, indem man nicht jeden Tag Angst haben muss, den nächsten nicht mehr erleben zu können. Wir haben etwas zu Essen, frisches Trinkwasser und können uns mehr oder weniger all das leisten, was wir gerne haben möchten. Doch warum ist es uns so wichtig, was der Nachbar, die Freundin oder der Arbeitskollege hat und wir nicht?

 WOW. Du hast echt ein tolles Leben! 

Ich möchte mich hier überhaupt nicht ausschließen, denn auch ich bin oft unzufrieden mit dem was ich habe. Eine Situation hat mich allerdings erst diese Woche stutzig werden lassen und ich bin ins Grübeln gekommen. Ich arbeite momentan in einer Produktion, um meine Urlaubskasse etwas aufzufüllen und dort war eine Frau, in meinem Alter, mit der ich mich etwas unterhalten habe. Sie hat mich über mein Leben ausgefragt, was ich mache und als ich ihr erzählt habe, dass ich studiere, einen Freund habe und in Wien wohne, sah sie mich an und sagte mit traurigem Blick „Wow. Du hast ein tolles Leben.“

Ich bin anfangs perplex dagestanden und dachte mir, naja ist doch gar nicht so spannend. Auf den zweiten Blick habe ich allerdings erkannt, dass es für sie so aussehen musste, denn sie hatte nicht das Glück, studieren gehen zu können oder etwas anderes zu machen, als in dieser Produktion zu arbeiten. Als ich über ihre Worte etwas länger gegrübelt habe, dachte ich über mein eigenes Leben nach. Innerlich wusste ich ja, dass ich ein schönes Leben habe, aber andere haben es halt noch schöner, nicht? Ich finde mich oft in Situationen wieder, in denen ich mich mehr oder minder selbst bemitleide, weil die Uni nervt oder alles viel länger dauert als bei anderen die ich kenne. Andere haben schon Häuser, Kinder oder zumindest ein Auto…

Unzufriedenheit scher dich zum Teufel!!!

Das Gespräch mit der Frau hat mich allerdings nicht mehr losgelassen, denn sie hatte irgendwie ja recht. Ich habe das Privileg, machen zu können was ich möchte und sollte mich nicht wegen Kleinigkeiten aufregen, oder zu viel ins Beschweren geraten. Wenn du gerade darüber nachdenkst, was du eigentlich in deinem Leben alles hast, was andere nicht haben, wird dir bestimmt eine oder vielleicht auch mehrere Sachen einfallen und wenn man das erst einmal erkennt, entwischt man der Unzufriedenheit zumindest für einen kurzen Moment.

Ich glaube die Kunst liegt daran, sich nicht zu sehr in Sachen hineinzusteigern, sondern Dinge zu schätzen, die man bereits jeden Tag vor seiner eigenen Nase hat und vielleicht nicht mehr zu schätzen weiß oder sie gar nicht mehr richtig wahrnimmt, weil sie so selbstverständlich für einen geworden sind. Sei es dieser traumhafte Blick aus dem Fenster den man hat, die eine Kollegin, die einen den Tag versüßt oder auch nur banale Dinge wie den morgendlichen Kaffee in aller Ruhe trinken zu können. Wenn man erst einmal nach Dingen sucht, findet man die schönen Dinge auch recht schnell, mögen sie auch noch so klein sein….


 

Was denkt ihr zu diesem Thema? Schreibt mir doch ein Kommentar! ❤ 


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4 Kommentare zu „Warum sind wir so unzufrieden?

  1. Ein ganz toller Beitrag und du hast so recht. Man ist viel zu oft unzufrieden. In den letzten Tagen habe ich mich auch öfters ertappt bei Gedanken wie ,, mensch, wäre ich jetzt ein berühmter vlogger könnte ich um die ganze Welt reisen“. Aber sind wir mal ehrlich- egal bei was, bei wem- Man sieht immer nur die positiven Dinge, nie die negativen. Und da muss ich wieder sagen: Die positiven Dinge überwiegen immer am Ende, wir haben alle ein sehr schönes, privilegiertes Leben und sollten unseren Lebensstandard in Europa sehr zu schätzen wissen. LG Maren

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  2. Toller Beitrag! (und Lufballon! ;)) Mir geht es gerade in letzter Zeit wieder ähnlich und ich muss mich immer wieder ermahnen, mich nicht ständig mit anderen zu vergleichen. Das Problem beim Vergleichen ist ja, dass man sich meist mit jenen vergleicht, denen es (scheinbar!) besser geht. Darum macht es unglücklich, sich zu vergleichen. Heute aber zum Beispiel hat mich das Vergleichen auch zufrieden gemacht: Bei meiner Arbeitskollegin wurde, während sie auf Urlaub war, eingebrochen. Zum Glück ist mir das nicht passiert! 🙂 Wir haben es ja doch selbst in der Hand (und dennoch gelingt es auch mir nat. bei Weitem nicht immer ;)).
    Alles Liebe
    Julie
    https://juliesreiseblog.wordpress.com/

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  3. Oh ja, viel zu oft vergleicht man sich mit anderen und sieht nur das „Negative“ an seinem eigenen Leben. Der Beitrag regt echt an wieder einmal über seine Prioritäten nachzudenken und auch die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen.
    Danke dafür!!

    Alles Liebe,
    Betti

    http://bezibella.com

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