Valentinstag – Eine Kurzgeschichte

Rosa Herzchen, Rosenblüten und mit dem Liebsten zusammen einen der romantischsten Abende in der Geschichte der Zeit erleben, so wird einem vorgegaukelt, hätte der perfekte Valentinstag auszusehen. Aja und nicht zu vergessen, man sollte natürlich auch etwas für den anderen kaufen, die Wirtschaft muss ja schließlich auch noch was davon haben… Heute gibt es einen nicht ganz so ernst zu nehmenden Beitrag von mir, über das Fest der Liebe, oder des Wettkampfes? Lest selbst… 🙂

Tick, Tock, Tick, Tock. Die Uhr über uns tickte, und zwar so laut, dass es kaum auszuhalten war. Mit den Gedanken war ich sowieso schon eine ganze Zeit wo anders, aber die Kollegin neben mir schien immer noch eins ihrer selbstverliebten Selbstgespräche zu führen, bei der sie meinte, jeder würde an ihren Lippen hängen. Tut aber meistens keiner. Nur dieses Mal waren ein paar Kollegen und Kolleginnen näher mit ihren Bürosesseln herangerückt und lauschen wieder einmal einer vermutlich nicht ganz der Wahrheit entsprechenden Geschichte. >>Also mein Nils hat sich für den Valentinstag etwas ganz Tolles überlegt. Er wird mir, wie jedes Jahr, 100 Rosen kaufen und natürlich gehen wir in diesen neuen schicken Laden mit dem besten Sushi der Stadt.<< Sie wischt sich mit der Hand eine ihrer braunen Haarsträhnen aus dem Gesicht und genoss den Rummel um ihre Person sichtlich.

Warum um alles in der Welt, musste man an diesem Tag immer so ein Tamtam machen und nicht nur die Singles, (welche sich oft verkriechen, um nicht das 200ste Instagram Pic sehen zu müssen, wo sich zwei verliebte Hände umschließen) zum kotzen bringen, sondern auch andere Pärchen zu einem regelrechten Wettkampf aufstacheln, wer jetzt nun das bessere Geschenk, Liebeserklärung oder den größeren Strauß Blumen bekommen hatte. Die angeberische Kollegin schwebte den ganzen restlichen Tag auf dieser pseudo Verliebtheitswolke herum, ich für meinen Teil ignorierte sie so gut es ging. Um 17:00 war der Arbeitstag vorbei und meine Kollegin und ich verließen das Büro. Zum Abschied sagte sie noch >>Das wird der perfekte Valentinstag aller Zeiten.<<

 

Der Tag danach

Mit einem frisch gebrühten Kaffee in der Hand ging ich zu meinem Arbeitsplatz neben dem, zu meinem großen Erstaunen, meine sonst so überheblich lächelnde Kollegin wie ein Häufchen Elend dasaß und grimmig auf ihren Computerbildschirm starrte. >>Morgen<<, zwitscherte ich ihr zu und wartete nur darauf, dass sie mir von ihrem perfekten Abend erzählte. >>Mh…<<, grummte sie mir nur zu und ich wurde neugierig. >>Wie war dein Abend?<< Sie blickte zu mir und verzog dabei eine Miene, als wäre ich gerade auf eine Miene getreten. >>Was geht dich das bitte an?<< zischte sie zurück und seufzte. >>Okay, wenn du es unbedingt wissen willst<<, setzte sie an >>Es war anfangs echt schön, ich habe mir mein schwarzes Kleid angezogen, das Eine, indem ich echt heiß aussehe. Danach sind wir dann zu dem Sushi-Lokal gefahren und der Typ am Empfang meinte, dass es ein Problem mit der Reservierung gegeben hätte.<< Ich biss mir auf die Lippen und nickte ihr zu. >>Schlimm.<< >>Ja, oder?<<, entgegnete sie mir und fühlte sich durch mein scheinbares Mitgefühl bestärkt weiterzusprechen. >>Na auf jeden Fall haben wir dann versucht ein anderes Lokal zu finden, aber die Meisten waren überfüllt. Und am schlimmsten war dann eigentlich, dass ich bei Instagram Nadja gesehen habe, die mit ihrem Freund in genau dem Sushi-Lokal war und stell dir vor, er hat ihr sogar einen Antrag gemacht.<<

>>Oh, dass muss schlimm für dich sein?<<, das war zwar mehr eine nicht ganz ernst gemeinte Frage als eine Feststellung meinerseits, aber sie nickte und war sichtlich am Boden zerstört. Plötzlich merkte sie, dass sie doch vielleicht etwas unhöflich war und fragte mich >>Wie war dein Valentinstag? Habt ihr was Schönes gemacht?<< Ich überlegte und musste grinsen. >>War schön. Wir haben zuerst die Wäsche gewaschen und uns dann in Jogginghose und Schlabberpullover auf die Couch gelegt. Ich glaub wir sind dann so gegen halb 10 eingepennt.<< Sie war sichtlich schockiert. >>Und ähm, was hast du als Geschenk bekommen?<< Ich schüttelte den Kopf und antwortete >>Nichts. Warum sollte ich auch etwas haben wollen, ich habe doch schon meinen Freund und die Zeit mit ihm ist das Wichtigste für mich.<< Das machte sie nachdenklich. Sie nickte und meinte >>Ah, okay<< und drehte sich wieder ihrem Arbeitsplatz zu. Den restlichen Tag war ich glücklich, denn ich hatte vielleicht keinen wahnsinnig aufregenden Abend erlebt, mit Blumen und Schmuck oder was sonst „anscheinend“ zu einem perfekten Valentinstag dazu gehörte, aber ich habe Zeit mit meinem Liebsten verbracht und das war für mich das Wichtigste…

 

Ich hoffe euch hat diese kleine fiktive Geschichte gefallen 😉 Natürlich ist die nicht ganz ernst zu nehmen, aber ich wollte mal etwas Neues ausprobieren 😉 Ich wünsche euch allen einen schönen Tag, egal ob ihr ihn alleine oder mit jemanden verbringt. Aja und falls ihr doch einen klassischen Blogpost zu dem Thema Valentinstag sucht, schaut doch gerne mal HIER oder HIER vorbei, da habe ich bereits letztes Jahr etwas dazu verfasst. ❤

 

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3 Kommentare zu „Valentinstag – Eine Kurzgeschichte

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